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Zukunftspreis für selbstorganisierte Teams

Joachim Hasebrook, Benedikt Hackl & Sibyll Rodde zum Zukunftspreis 2020 für Buurtzorg Deutschland

Bild: Buurtzorg-Gründer Jos de Blok



Wir freuen uns für Buurtzorg Deutschland, die mit dem Zukunftspreis des VDEK ausgezeichnet wurden. In der Begründung heißt es: „Buurtzorg ist ein ambulantes Pflegeprojekt, das Pflegekräften mehr Eigenverantwortung gibt. Die Pfleger werden dabei zu 'Pflegemanagern', sie organisieren und koordinieren die Pflege und Versorgung der Pflegebedürftigen im sozialen Umfeld der Betroffenen. Verbandsvorsitzender und Jury-Chef Uwe Klemens dazu: ‚Pflegekräfte erhalten bei Buurtzorg zusätzliche Handlungskompetenzen, was die Zufriedenheit und die Attraktivität des Berufs steigern kann‘.“

Buurtzorg ist eine in den Niederlanden entstandene, überaus erfolgreiche Organisation, die ausschließlich aus selbstorganisierten Teams besteht. Die Teams entscheiden eigenständig über alles, was sie betrifft – auch über Verantwortlichkeiten, Gehalt und Urlaubszeiten. Der Name „Buurtzorg“ (gesprochen: „Bürt“ und „Sorch“) bedeutet: Nachbarschaftspflege. Ihr Gründer ist Jos de Blok, der auch schon einmal als „Steve Jobs der ambulanten Pflege“ bezeichnet wird. Was 2006 mit nur fünf Pflegekräften in den Niederlanden begann, war zehn Jahre später mit über 10.000 Krankenschwestern und -pflegern der größte Pflegedienst dort. Heute ist Buurtzorg in 24 Ländern aktiv, auch in Deutschland, wo es gerade mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet wurde.

Wo die Krankenkassen zunächst Chaos und höhere Kosten befürchteten, trat das Gegenteil ein, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfung KPMG 2012 ergab. Die Kosten pro Arbeitsstunde sind zwar höher, weil nur qualifizierte und gut bezahlte Pflegekräfte eingestellt werden. Durch die Selbstorganisation der Teams werden jedoch die aufgewendeten Stunden um die Hälfte reduziert, die Pflegeergebnisse deutlich verbessert und Spitzenergebnisse in der Mitarbeiterzufriedenheit erreicht.

Für unser Buch „Team-Mind“ haben wir Jos de Blok interviewt. Er schildert im Interview seine Erfahrung bei Aufbau und Entwicklung von „Buurtzorg“. Über seine Motivation zur Gründung von Buurtzorg sagt er: „In einem Pflegeteam habe ich neun Jahre gearbeitet; ich hatte sehr viel Vertrauen, viel Vertrauen und Unterstützung zwischen den Kolleginnen und Kollegen. Als ich Manager wurde, was ich für neun oder zehn Jahre war, gab es eine Menge Stress.“ Und zur Teamarbeit: „Der Ausgangspunkt ist unser Konzept der selbstorganisierten Teams, das auf den Erfahrungen beruht, die ich gemacht habe, und der Annahme, dass diese Teams alles leisten können, was von ihnen verlangt wird. … In vielen Organisationen werden selbstorganisierte Teams als Werkzeuge zur Steigerung von Leistung und Reduktion von Kosten betrachtet. … Für mich sind dies verschiedene Menschenbilder, die man nicht mischen kann.“

Eine starke Stimme für echte Teamorganisationen.
Herzlichen Glückwunsch dem Buurtzorg-Team aus Deutschland zum Zukunftspreis!

Hier gibt es mehr Information über Buurtzorg Deutschland und über das Team-Mind Buch.

Abbildung aus: Team-Mind und Teamleistung, 2020, Springer, S. 301

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