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Team-Konflikte nicht vermeiden, sondern nutzen

Sibyll Rodde & Joachim Hasebrook

Viele sind jetzt im Home Office eingerichtet, die Startschwierigkeiten sind überwunden, aber der Leistungsdruck beginnt zu steigen und die Decke fällt einem auf den Kopf. Viele müssen ja auch noch ins Büro, aber da arbeiten die Team auch in einer Ausnahmesituation. Kein Wunder, dass nach einer ersten Phase des Ein- und Zusammenfindens nun auch mehr Konflikte auftreten. Aber: Sind Konflikte immer schlecht? Ja, natürlich sind Konflikte schlecht für Teamzusammenhalt und -leistung. Dieser Effekt fällt umso stärker aus je schwieriger die Teamaufgabe ist. Dies gilt vor allem, wenn es sich nicht nur um Aufgaben- sondern auch um Beziehungskonflikte handelt.

Aber ganz so einfach ist die Sache nicht, denn es gibt auch positive Effekte von Konflikten. Unterscheidet man zwischen Beziehungs- und Aufgabenkonflikten, in denen z. B. Vorgehensweisen und Lösungswege strittig sind, so zeigt sich, dass Beziehungskonflikte zu geringerem Engagement führen, Aufgabenkonflikte stärken ein engagiertes Team, das sich über wirksame Lösungsmöglichkeiten streitet. Wenig engagierte Teams gehen solchen fruchtbaren Auseinandersetzungen aus dem Weg und geben sich schnell mit der „erstbesten Lösung“ zufrieden.

Besonders häufig sind solche Konflikte in agil arbeitenden Teams. Hier zeigen Untersuchungen, dass ein kooperativer Konfliktstil zum Teamengagement beiträgt. Teamkonflikte können nur dann produktiv sein, wenn Teammitglieder sie zum Anlass nehmen, mehr Informationen zu sammeln und bessere Argumente zu finden, um Verbesserungen umzusetzen. Soll man also Konflikte im Team provozieren, um gemeinsames Lernen anzustoßen und Leistung zu verbessern? Nein, denn von außen ins Team getragene Konflikte untergraben die Vertrauensbasis und damit die Leistungsfähigkeit des Teams. Was man tun kann, wenn innerhalb und zwischen Teams Konflikte ausbrechen, schildern wir in unserem Team-Mind Buch.

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