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Dein Feind, Dein Mitarbeiter

Joachim Hasebrook & Sibyll Rodde

In Umfragen geben rund 25% aller Unternehmen an, dass sie bereits Opfer von Mitarbeiterkriminalität wurden. Versicherungsverbände untersuchten internen Betrugsfälle und fanden heraus, dass die Schadenssumme im Mittel bei 115.000 Euro liegt, 75% auf das Konto interner Mitarbeiter gehen. Diese sind meist keine Ausländer, über 40 Jahre alt, überdurchschnittlich gebildet, schon längere Zeit in einer Führungsposition.

Die Täter kommen von innen und sind meist gut ausgebildete Führungskräfte

Täter sind also Mitarbeiter, die sich gut auskennen und die Möglichkeiten haben, Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Viele Organisationen werden sogar mehrfach Opfer, weil sie kaum Sicherheits- und Kontrollmechanismen installiert haben und deren Wirksamkeit nicht kontrollieren. Wenn Kontrollen durchgeführt werden, dann betreffen diese oft das Personal in den unteren Ebenen, dabei sitzen die Täter meist in den Führungsetagen.

Es fehlt an wirksamen Kontrollen, die dann oft die Falschen betreffen

Mangelhafte Kontrollen bestätigen zunächst das Sprichwort: „Gelegenheit macht Diebe“. Aus psychologischer Sicht steckt aber mehr dahinter: Autokratischer Führungsstil, „Subkulturen“ mit ihren eigenen sozialen Nomen und Kompetenzdefizite bei Kontroll- und Aufsichtspersonal sind Schwachstellen, die anfällig machen. Ein wirksamer „psychologischer Schutzwall“ besteht aus vier Zonen: 1. Absicherung der persönlichen Integrität von Sicherheitsmitarbeitern, denn Persönlichkeitseigenschaften entscheiden darüber, wer „bei Gelegenheit“ betrügt und wer nicht. 2. Sicherstellen einer kritischen Gruppennorm, weil Teams sonst insbesondere unter Zeit- und Entscheidungsdruck weit mehr zu risikoreicheren Entscheidungen und Selbstüberschätzung neigen als Einzelpersonen. 3. Sicherheitsorientierte Führung, die psychologische Sicherheit gibt und damit zu Fehlermeldung und Verbesserung ermutigt sowie 4. IT und Verwaltung, die Schwachstellen transparent macht und es ermöglicht, die Wirksamkeit von Verbesserungen zu prüfen.

Psychologische Schadensabwehr umfasst die Ebenen persönliche Integrität, Teamnormen, Führung und IT/Organisation

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